Anybody out there?! Partizipatives Projekt zu 100 Jahre Radio in Deutschland

Entwickelt von den Künstler*innen, Radio-theoretiker*innen und Kurator*innen Frederike Moormann, Angelika Waniek, Dieter Daniels und Constanze Müller eröffnet am 12. November „Anybody out there?! 100 Jahre Radio in Deutschland“.

Das mehrteilige partizipative Radioprojekt ist aus zwei Seminaren an der HGB im Sommersemester 2020 entstanden und besteht aus einem live aus dem D21 gesendeten Radioprogramm, einer Klangkunst-Sendung auf Deutschlandfunk Kultur, einer daraus entwickelten Live-Performance, einer öffentlichen Intervention der GERÄUSCHKULISSE auf dem Lindenauer Markt sowie einer Ausstellung, die von außen in den Schaufenstern des D21 Kunstraum zu sehen ist (evtl. Öffnungszeiten für Dezember werden online bekannt gegeben). Einen Überblick zum Gesamtprojekt sowie den künstlerischen und theoretischen Hintergründen bietet das von Absolvent*innen der HGB gestaltete Begleitbuch, welches während der Laufzeit des Projekts erscheint.

Die erste deutsche Testsendung via Radio wurde am 22. Dezember 1920 von Königs Wusterhausen aus ausgestrahlt, drei Jahre vor dem Beginn des offiziellen Radioprogramms. Das bietet den Anlass 2020 über „100 Jahre Radio“ nachzudenken. Das Medium Radio steht für das Senden von einem Punkt zu vielen Empfängern und den intensiven Kontakt mit der Öffentlichkeit. Schon lange vor den heutigen Mobilfunk eröffnet sich mit dem Radio ein akustischer Raum der Gleichzeitigkeit und der Ortsunabhängigkeit: Anybody out there? Das partizipative Ausstrahlungs- und Ausstellungsprojekt widmet sich den Transformationen und Potentialen des immateriellen Sendens und Empfangens: Welchen akustischen und sozialen Raum öffnet das Radio? Welche Arten von Gemeinschaft erlaubt das Radio – im Apparat, vor dem Apparat? Wo und wann findet Radio(hören) statt – wer nutzt es wofür und warum? Welche zeitgenössischen und zukünftigen Formen des Radios erwarten uns? Das Projekt wurde im Sommersemester 2020 durch zwei Seminare an der HGB vorbereitet, die aufgrund der Schließung des Hochschulgebäudes online stattfinden mussten. Aus dieser Notlage heraus wurden neue Formate an der Schnittstelle von Theorie und Praxis entwickelt (u. a. Audiobeiträge der Studierenden anstelle von Referaten). In Zusammenarbeit mit dem Studiengang Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar entstanden aus diesen Beiträgen zwei Radiosendungen die über das Radioprogramm „Shift.FM“ der Bauhaus-Universität gesendet wurden.

Aus dem Kontext der Seminare entwickelte sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Künstler*innen, Radiotheoretiker*innen und Kurator*innen: Frederike Moormann (HGB), Angelika Waniek (HGB), Dieter Daniels (HGB), Max Schneider (HGB) und Constanze Müller (D21). Der D21 Kunstraum verwandelt sich während der pandemiebedingten Schließung zum Sende- und Hörraum aus dem das vielstimmige Radioprogramm von Soundkünstler*innen, Radiokollektiven und Studierenden der HGB Leipzig ausgestrahlt wird (u.a. auf den UKW-Frequenzen von Radio Blau und Radio Corax, auf Stationen aus dem internationalen Radiokunst-Netzwerk radia.fm sowie auf dem Stream unter d21-leipzig.de).