"babeln" - ein kolumbianisch-jüdischer Abend
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Ein Mann betritt die Bühne - und eine Welt entfaltet sich. Mit "babeln" hören wir ein Konzert - und begegnen dabei Unbekanntem, das uns seltsam vertraut zu sein scheint. Max Loeb García nimmt uns in Texten und Tönen mit auf eine musikalische Reise zu seiner Mutter, seiner Groß- und Urgroßmutter. Indem wir ihm auf den Lebenswegen seiner Vorfahren folgen, die Ende der Dreißiger Jahre aus Deutschland nach Kolumbien flohen, wird auch das babylonische Nebeneinander der Sprachen hörbar, die seine Familie geprägt haben: das Deutsche, das Spanische, das Jiddische... Wir begleiten Max in kolumbianische Dörfer, wo seine deutsch-jüdische Familie eine neue Heimat gefunden hat und verbinden uns dabei unbemerkt mit unserer eigenen Geschichte. In den eigens für dieses Programm geschaffenen Kompositionen führt Max Loeb García Temperament, Melancholie und Lebendigkeit der jüdischen und kolumbianischen Kultur organisch zusammen. Solch eine Musik haben wir noch nie gehört! Doch wie seine Geschichten klingt sie uns seltsam vertraut. Für dieses Herzensprojekt hat Max wunderbare Musiker gefunden, die ihn zum Teil schon lange begleiten: Guido Richarts am Kontrabass, Martina Stoye am Akkordeon und Vinzenz Wieg an der Klarinette entfalten zusammen mit dem Komponisten selbst an Gitarre und Gesang ein rhythmisches Fest, gespickt mit sphärischen Klangkaskaden und virtuos-verspielten Soli. Sie erschaffen - im besten Sinne - erzählende Klänge, die als farbenreiche Stationen einer Reise vorüberziehen. Poetisch-verträumt geht es zu, wenn die Sphäre des kolumbianischen Alltags beschrieben wird, in der die Großeltern sich als junge Leute kennenlernen. Nachdenklich und schmerzlich, wenn die Gewalt gegen die Urgroßeltern und die Vertreibung durch die Nazi-Machthaber aus Deutschland zur Sprache kommt. Und dann bricht oft genug die Musik wieder in Jubel und Feier aus, etwa wenn die Feste der vielköpfigen, heiteren Familie in der neuen Heimat beschrieben werden, so dass es manch einem unter den Zuhörern, nachdem er oder sie versunkenen Herzens den Klängen der Musiker gefolgt ist, mitunter schwer fallen dürfte, still sitzen zu bleiben.
Petruskirche Kröllwitz, An der Petruskirche 3, Tel. 0345/ 551 19 79
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An der Petruskirche 3
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