Caspar David Friedrich - Kreidefelsen auf Rügen, (Foto: © Museum der bildenden Künste Leipzig)

Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker

Der Maler Caspar David Friedrich wurde 1774 in Greifswald geboren und starb 1840 in Dresden. Er gilt heute unbestritten als der berühmteste Maler der deutschen Romantik. Wohl jeder kennt sein berühmtes Bild vom „Wanderer über dem Nebelmeer“. Die oft in die Weite schauenden Figuren seiner Bilder sind sein Markenzeichen genauso wie seine romantischen und dramatischen Landschaften. Jedoch war Friedrichs Kunst von Beginn seiner Laufbahn an umstritten. Seit den 1820er-Jahren wurde sie zunehmend durch die Malerei der Düsseldorfer Malerschule verdrängt und geriet nach seinem Tod für mehrere Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst um 1880 wurde sie durch den norwegischen Kunsthistoriker Andreas Aubert wiederentdeckt.

Eine neue Ausstellung im Museum der bildenden Künste in Leipzig fragt nach den Gründen für den kurzen Aufstieg und langen Fall Friedrichs im 19. Jahrhundert. Warum wendete sich die Kunstkritik, die ihn anfangs gepriesen hatte, gegen den Künstler? Welche Rolle spielt der Geschmackswandel für private Sammler, Publizistik und Publikum im 19. Jahrhundert? Caspar David Friedrich lebte in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche – von dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, der französischen Besatzung und den Befreiungskriegen über die Neuordnung der politischen Landkarte Europas nach 1815 bis zu den Revolutionen von 1830 und 1848. Diese politischen Ereignisse werden in seinem Werk refl ektiert und beeinflussten auch dessen Rezeption.

Erstmals wird das Werk Friedrichs in einer Ausstellung gemeinsam mit Gemälden und Zeichnungen jener Zeitgenossen, Kollegen und Konkurrenten präsentiert, die ihm zu Lebzeiten in der Gunst der Kunstrichter und des Publikums den Rang abgelaufen haben. Neben zahlreichen Werken der Düsseldorfer Romantiker werden auch zeitgenössische Maler der Dresdener Romantik gezeigt. Ab 1826 stellte Friedrich zeitgleich mit der frühen Generation der Düsseldorfer Malerschule in verschiedenen Akademieausstellungen in Berlin, Dresden und anderen Orten aus. Die Ausstellung ermöglicht erstmals den direkten Vergleich der verschiedenen künstlerischen Positionen.

In der Ausstellung werden rund 120 Gemälde und Zeichnungen präsentiert, darunter etwa 60 Werke Friedrichs mit bedeutenden internationalen Leihgaben, unter anderem aus Paris, Oslo und Wien sowie aus Hamburg, Berlin und Karlsruhe. Caspar David Friedrichs Werke werden gemeinsam mit Arbeiten anderer Dresdener Maler – wie Carl Gustav Carus, Ludwig Richter, Johann Christian Clausen Dahl und Ernst Ferdinand Oehme – den Düsseldorfer Malern Andreas und Oswald Achenbach, Carl Friedrich Lessing, Johann Wilhelm Schirmer u.a.m. gegenübergestellt.

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