Weihnachten Sterne, (Foto: © Inessa Pudushko-pixelio)

Adventskalender. Türchen für Türchen Vorfreude

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Adventskalender sind eine gestalterisch anspruchsvolle Aufgabe. Zwischen Kunst, Kitsch und Kommerz müssen eigene Formate entwickelt werden. Die Malerin und Grafikerin Martha zeichnet Adventskalender für Kinder. Stefanie Gehricke-Jeschke gehört zum Illustratorenkollektiv des Weimarer Adventskalenders, der sich an grafisch interessierte Erwachsene richtet. Urte von Maltzahn-Lietz hat unter anderem einen Kalender für den Förderverein der Leipziger Michaelis-Kirche entworfen. Die Ausstellung im Cranach-Haus zeigt zeitgenössische Künstler-Adventskalender sowie dazugehörige Studien und Entwürfe. Als Leihgaben sind historische Objekte aus der Sammlung Möller-Titel/Maltzahn-Lietz zu sehen. Ein Adventskalender gehört seit dem 19. Jahrhundert zur christlichen Vorweihnachtszeit, dem Advent (lat. Ankunft). Der evangelische Theologe und Erzieher Johann Hinrich Wichern führte 1839 in Hamburg den Adventskranz ein, um Straßenkindern die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen. Wichern befestigte vier große, weiße und 20 kleine, rote Kerzen auf einem Wagenrad. Auch der Adventskalender war ursprünglich vor allem Zeitmesser und Zählhilfe. Der erste selbstgebastelte Adventskalender entstand vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts. Im 1901 erschienenen Gesellschaftsporträt „Buddenbrooks“ schrieb Thomas Mann über die Weihnachtszeit 1869: „… der kleine Johann verfolgte mit Hilfe des Adventskalenders, den Ida ihm angefertigt und auf dessen letztem Blatte ein Tannenbaum gezeichnet war, pochenden Herzens das Nahen der unvergleichlichen Zeit.“ Bei einfachen Formen wurden 24 Striche mit Kreide an eine Tür gezeichnet und die Kinder konnten jeden Tag einen Strich wegwischen. Andere Familien hängten nach und nach 24 Bilder an die Wand. In katholischen Gegenden legten Kinder jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe, damit das Christkind am 24.12. etwas weicher liegen sollte. Erste gedruckte Adventskalender erschienen ab 1902. Beliebt waren die des Münchner Verlegers Gerhard Lang. Himmelsleitern, Weihnachtsuhren, Abreißblöcke, Kalender, die am 1. Advent einsetzten oder am 1. Dezember begannen – es gab viele Varianten. Durchgesetzt haben sich die ab etwa 1920 herausgekommenen Kalender mit Türchen. Die Ausstellung zeigt auch Adventskalender, die nach und nach von den Besuchern geöffnet werden können. Ergänzt wird die Schau durch einen Adventskalender im Außenbereich der Cranach-Höfe – ein Projekt der Jugendkunstschule.

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