Keith Haring

Schwarze Strichzeichnungen von Babys, tänzelnde Menschen und bellende Hunde wurden das Markenzeichen des amerikanischen Künstlers Keith Haring (1958-1990), der einer der zentralen Künstlerpersönlichkeiten in der legendären New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre war. Bis heute haben seine ikonischen Motive ihre Wirkung nicht verloren und beeinflussen seitdem Künstler der Nachgeneration. Das Kunsthaus Apolda zeigt mit rund 80 Künstlerpostern in verschiedenen Werkgruppe das breite Themenspektrum des Künstlers, der sich für Menschenrechte, Toleranz, Bildung von Kindern und Aufklärung über die Krankheit Aids einsetzte.

Nach seinem Studium an der School of Visual Arts in New York begann der in Pennsylvania geborene Künstler ab 1980 mit weißer Kreide in schneller Linienführung seine Cartoon artigen Figuren auf die leeren, schwarz abgeklebten Plakatflächen der New Yorker U-Bahnstationen zu zeichnen. Diese „Subway Drawings“ waren im städtischen Raum allgegenwärtig und zeigten bereits seinen unverwechselbaren Stil.

Seine auf eine Umrisslinie reduzierte künstlerische Sprache, die dem Comic und der Straßenkunst nahestand, war plakativ und schnell als Marke erfassbar. Seine Künstlersignatur, sein „tag“, war ein in Strichzeichnung dargestelltes krabbelndes Baby, von einem Strahlenkranz umgeben: „Das Baby ist deshalb zu meinem Logo oder meiner Signatur geworden, weil es die reinste und positivste Form menschlichen Lebens darstellt.“

New York war für Haring ein immens inspirierender Ort: das Aufkommen des Punkrocks, der Hip-Hop und Breakdance Szenen und vor allem der Graffitikunst: „Die Formen, die ich da entdeckte, waren meinen Zeichnungen sehr ähnlich…sie waren ohne Vorskizzen direkt auf der Oberfläche der Wagons entstanden.“ Haring bezog in seiner Kunst aktiv Stellung zu den Themen seiner Zeit: zur nuklearen Abrüstung, zum Umweltschutz und die Gleichberechtigung des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Sexualität. Der selbst an Aids erkrankte Künstler gestaltete Plakatkampagnen, in denen er sich mit seiner Kunst für Aids-Aufklärung und Enttabuisierung der Krankheit einsetzte, oder sich gegen die Apartheid in Südafrika und die atomare Aufrüstung ausspricht. Seine Arbeiten waren als politischer Akt im öffentlichen Raum zu verstehen mit einfach lesbaren Motiven.

Er wollte mit seiner Kunst aufklären und so viele Menschen wie möglich erreichen. „Denn darum ging es mir jetzt mehr als um alles andere – um Kommunikation!“ Der öffentliche Raum spielte daher eine große Rolle sowohl als Trägerfläche für Poster als auch ein Ort, an dem große Wandgemälde entstanden – jenseits des etablierten, elitären Kunstbetriebes. Seine für jeden sichtbaren Wandgemälde zeigen Stellungnahmen zu gesellschaftsrelevanten Themen, wie beispielsweise „Crack Down!“, das sich gegen Drogen ausspricht. Weitere bedeutende Wandgemälde entstanden an der Berliner Mauer und in Pisa.

Ein wichtiges Anliegen war für ihn die Bildung von Kindern. Seine Plakate kündigten eigene Aktivitäten mit Kindern an oder unterstützten mit dem Verkaufserlös kranke, behinderte, unterstützendwerte Kinder. Neben seinem sozialen Engagement bewarb er mit seinen Postern Veranstaltungen zu Theater- und Musikprojekten, wie dem Jazzfestival in Montreux.

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14.08.2026 bis 23.08.2026

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