Der Kirschgarten
Endlich zu Hause? Die Gutsbesitzerin Ranewskaja kehrt nach Jahren der Abwesenheit auf ihr altes Anwesen zurück, das von einem wunderschönen Kirschgarten umgeben ist. Dieser steht gerade in voller Blüte. Nach dem tragischen Unfalltod ihres Sohnes war Ranewskaja aus ihrer russischen Heimat nach Paris ausgewandert. Doch sie und ihre Familie sind hoch verschuldet und das heimische Gut muss zwangsversteigert werden. Ihr ehemaliger Leibeigener Lopachin, der mittlerweile zu Vermögen gekommen ist, bietet an, das Anwesen zu kaufen. Er möchte den alten, nutzlos gewordenen Kirschgarten abholzen und auf dem Grundstück Parzellen mit Datschen für Sommergäste aus der Stadt errichten lassen. Ranewskaja kann sich jedoch nicht zu diesem Schritt entschließen. Sie hält an der Vergangenheit fest und sehnt sich in ihre unbeschwerte Kindheit auf dem Gut zurück. Am Ende schafft Lopachin Fakten und ersteigert das Gut. Unter dem Geräusch einer Axt, die bereits beginnt, den Kirschgarten abzuholzen, verlassen die ehemaligen Besitzer das Anwesen. Anton Tschechows große tragische Gesellschaftskomödie, die ein Jahr vor seinem Tod 1904 entstand, zeigt eine Gesellschaft der Zeitenwende. Ranewskaja gehört einer Epoche an, die vorüber ist. Lopachin dagegen repräsentiert die moderne, neue Zeit. Müßige Schönheit, symbolisiert durch den Kirschgarten, hat in dieser Moderne keinen Platz mehr, sondern ist einem auf Gewinn ausgerichteten, pragmatischen Zweckdenken gewichen. Was bleibt, wenn scheinbar alles neu wird?
Anhaltisches Theater Dessau, Friedensplatz 1a, Tel.
anhaltisches-theater.de/
08.11.2026: 18.00 bis 20.30 Uhr
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