6. Klangart Vision - Ein wichtiges Zeichen für Gegenwartsmusik

Die 6. KlangART Vision ist am Samstag, den 19. Juli, mit einem Gastauftritt bei der „Zappanale“ in Bad Doberan unter tosendem Beifall ausgeklungen. Der erfolgreiche Abschluss zeigt die Bedeutung des Festivals und der zeitgenössischen Musik in Sachsen-Anhalt – auch über Landesgrenzen hinaus.
„Visionäre Klangkunst bereicherte die vergangenen zweieinhalb Monate. Geprägt von künstlerischer Originalität, experimentierfreudigem Zusammenspiel und zeitgeschichtlichem Kommentar. Dargeboten von brillanten Musikerinnen und Musikern an traditionsreichen Orten des Landes. Mit diesem spannungsreichen Brückenschlag haben wir die Notwendigkeit zeitgenössischer Musik einmal mehr ‚betont‘“, resümiert Markus Steffen, künstlerischer Leiter der KlangART Vision 2025.
Vom 4. Mai bis 19. Juli zelebrierte die KlangART Vision das gegenwärtige Musikschaffen in Sachsen-Anhalt mit 18 Veranstaltungen, darunter v. a. Konzerte und Uraufführungen. Unter dem Motto »Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum« widmete sich das Festival im 125. Todesjahr Friedrich Nietzsches seiner Liebe zur Musik und Philosophie der Kunst. Zu erleben waren die Pianistin Ragna Schirmer, die bedeutenden sachsen-anhaltischen Gegenwartskomponisten Thomas Buchholz und C. René Hirschfeld, regionale Ensembles wie »Vokal Lokal«, »SchallSpektrum« und »X.Brass« sowie internationale Gäste mit dem Kiewer Sinfonie Orchester und Dmitry Batalov, John Cage Award Gewinner des vergangenen Jahres. In diesem Rahmen wurde der 2. Fanny Mendelssohn Kompositionspreis an Abigél Varga vergeben. Die offizielle Verleihung findet am 4. Oktober 2025 in Halberstadt statt.
Höhepunkte der Festivals
Sechs Uraufführungen bereicherten die 6. KlangART Vision, darunter "Folias! – eine Wahnsinnsrevue" mit Werken von Kurt Schwitters, Arnold Schönberg und Peer Baierlein. Das Ensemble "AuditivVokal Dresden" entführte das Publikum in die Goldenen Zwanziger, während "Art d’Echo" barocke Folias aus ganz Europa zelebrierte. Begeisterte Standing Ovations folgten – im Gesellschaftshaus Magdeburg wie im Schloss Köthen. Das Auftragswerk "Human Behaviour: Björk & Nietzsche" verband Klänge von sechs Musiker*innen, Dutzenden Instrumenten und dem Publikum zu einem kreativen Spiel aus Komposition und Improvisation. Das Ensemble Renibre und die deutsch-iranische Dirigentin Cymin Samawatie verschmolzen Björks Klangwelten mit Nietzsches Philosophie – aufgeführt im Gesellschaftshaus Magdeburg und im Puschkinhaus Halle (Saale). Zwei weitere Uraufführungen vereinte "Am Ende das Leuchten": Thomas Buchholz’ "MUTTERLAND" thematisierte die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft. C. René Hirschfelds "nacht.wachen." setzte ein musikalisches Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung – präsentiert im Technikmuseum "Hugo Junkers" in Dessau, einem Ort historischer Ambivalenz. Auch weitere Konzerte berührten: In "VolkseigenTon" im Konzerthaus Liebfrauen Wernigerode spürten Ragna Schirmer, Matthias Daneck und Axel Ranisch der Musik und Lyrik der DDR zwischen Avantgarde, Regimekritik und Kunstdiktat nach. Mit "Wanderer und ihre Schatten" thematisierte das neue Ensemble "SchallSpektrum" in der Kunsthalle Bernburg und im Schloss Gossler die Auseinandersetzung zeitgenössischer Komponist*innen mit Nietzsche – mit Werken von Wagner bis Hirschfeld.
Fanny Mendelssohn Kompositionspreis & Nachwuchsförderung
Im Rahmen der KlangART Vision 2025 wurde der 2. Fanny Mendelssohn Kompositionspreis an die in Ungarn geborene Komponistin Abigél Varga vergeben. Die Auszeichnung ist verbunden mit einer Auftragskomposition, die zur feierlichen Preisverleihung am 4. Oktober 2025 in Halberstadt uraufgeführt wird. Nachwuchsförderung bildet ein besonderes Anliegen des Festivals. Diesmal waren Schüler*innen des Burg Gymnasiums Wettin eingeladen, die Generalprobe für den Festivalauftakt »It’s wonderful« mit Ragna Schirmer mitzuerleben. Zudem präsentierte die KlangART Vision mit dem Musikland Sachsen-Anhalt »Junge Klänge aus Sachsen-Anhalt« in der Landesvertretung in Berlin.
Über Klangart Vision
Das Festival KlangART Vision widmet sich der zeitgenössischen Musik mit Fokus auf dem musikalischen Schaffen in Sachsen-Anhalt. Zu erleben sind etablierte Größen und Nachwuchstalente, Soli, Ensembles und Orchester aus der Region und von internationalem Rang – an verschiedenen kulturhistorisch bedeutsamen Orten des Landes. Unkonventionell, experimentell, über Raum- und Genregrenzen hinweg, werden Brücken gebaut und neue Räume erobert, um ungewöhnliche Begegnungen zwischen den Künstler*innen und dem Publikum zu ermöglichen – und neue Visionen zeitgenössischer Klangkunst zu erschaffen.
IAMA
Über International Academy of Media and Arts e. V. Der International Academy of Media and Arts e. V. (IAMA) ist ein Zusammenschluss von Medienunternehmen und Institutionen der Kreativwirtschaft im Land Sachsen-Anhalt. Der Verein ist Ausrichter der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt und des Festivals Klangart Vision. Er vergibt einmal jährlich gemeinsam mit der Deutschen Filmkomponist*innenunion Defkom den Deutschen Filmmusikpreis. Darüber hinaus tritt er als Akademie in Erscheinung und bietet Workshops und Weiterbildungen im Bereich Postproduktion Film und Animation an. Mit dem Bildungsprogramm sowie Branchen-, Netzwerk- und Publikumeventsvon internationalem Rang und deutschlandweiter Ausstrahlung gestaltet die IAMA den aktuellen Diskurs um die Zukunft und die Rahmenbedingungen der Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft aktiv mit. Die Klangart Vision ist eine Veranstaltung des International Academy of Media and Arts e. V., wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt und steht unter der Schirmherrschaft von Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei, Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.

