25. Magdeburger Telemann-Festtage - Klangfarben

Im Jahr 2020 mussten die 25. Magdeburger Telemann-Festtage einen Tag vor Beginn pandemiebedingt abgesagt werden. Die Jubiläumsausgabe fällt 2022 in das 60. Gründungsjahr des Festivals. Grund genug, das Musikfest im kommenden Jahr umso ausgiebiger zu feiern. Das für 2020 geplante Programm wird dabei nicht eins zu eins übernommen, sondern um attraktive Angebote rund um den großen Magdeburger Komponisten ergänzt.

Die 25. Magdeburger Telemann-Festtage vom 18. bis zum 27. März 2022 in Telemanns Geburtsstadt stehen unter dem Motto „Klangfarben“. Die Jubiläumsfesttage rücken damit das große und vielfarbige Spektrum an Besetzungsvarianten und Klangwelten in Telemanns Werk in den Blickpunkt. Das Motto zieht sich auch wie ein roter Faden durch die Programmgestaltung: Farbigkeit und Vielfalt kennzeichnen die Veranstaltungen vom Solokonzert über  kammermusikalische Darbietungen bis hin zu szenischen Produktionen und groß besetzten Oratorien sowie die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler und Ensembles.

300 Künstler*innen aus 25 Ländern

Zu den Magdeburger Telemann-Festtagen 2022 werden ca. 300 Künstler*innen aus mehr als 25 Ländern erwartet, darunter so exzellente Interpretinnen und Interpreten wie Benjamin Appl, Klaus Mertens und Peter Kooij (Bariton), Dorothee Oberlinger (Blockflöte) und Barthold Kuijken (Traversflöte), Dmitry Sinkovsky (Violine, Countertenor), Hille Perl (Viola da gamba), Dirigenten wie Reinhard Goebel und Hermann Max sowie renommierte Klangkörper wie die Akademie für Alte Musik Berlin, die Kölner Akademie, die Rheinische Kantorei und – erstmals in Magdeburg – die Ensembles „Amarillis“ (Frankreich) „Les Passions del’Âme“ (Schweiz) und „Tempesta di Mare“ (USA). Neu im Programm sind Aufführungen des musikalischen Hirtenspiels „Pastorelle en Musique“  unter der musikalischen Leitung der Telemann-Preisträgerin des Jahres 2020, Dorothee Oberlinger – eine Produktion der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci.

Insgesamt werden 31 Konzerte und szenische Darbietungen für das Hauptprogramm und etliche Veranstaltungen für das Rahmenprogramm vorbereitet. Die eigene szenische Produktion der 25. Magdeburger Telemann-Festtage widmet sich Telemanns heiteren Intermezzi „Pimpinone“ (Regie: Sandra Leupold, Musikal. Leitung: Georg Kallweit). „Pimpinone“ war das erste Bühnenwerk Telemanns, das in Magdeburg 1929 im Zuge seiner Wiederentdeckung auf die Bühne kam. Heute gehört es zu den bekanntesten szenischen Werken des Komponisten. Das Eröffnungskonzert am Abend des 18. März 2022, gleicht einem Feuerwerk instrumentaler Klangfarben und wird von Dorothee Oberlinger mit ihrem Ensemble 1700 gestaltet.

Erstaufführungen

Eine Besonderheit der Magdeburger Telemann-Festtage ist es, neben bekannten auch unbekannte oder seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr erklungene Werke auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aufzuführen. So sind beim kommenden Festival fünf Erstaufführungen von Telemann-Kompositionen
in heutiger Zeit zu erleben. Darüber hinaus verstehen sich die Festtage als das Podium, welches den aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit Telemanns Werken in verschiedensten Regionen der Welt vermittelt. Einen eindrucksvollen Einblick in die Verbreitung Telemannischer Tonschöpfungen gibt das  Abschlusskonzert am Sonntag, 27. März, mit dem US-amerikanischen Ensemble „Tempesta di Mare“ aus Philadelphia, einer Gegend, in der Musik Telemanns nachweislich bereits 1766 und damit zu Lebzeiten des Komponisten (und damit noch vor Gründung der USA) erklungen ist.

Unmittelbar vor dem Konzert wird der amerikanische Musikwissenschaftler und Musiker Prof. Dr. Stephen Zohn mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geehrt (siehe separate Presseinformation). Zohn wird im Anschluss selbst im Konzert mit dem Ensemble „Tempesta di Mare“ als Musiker zu erleben sein

Experimentelle Wege

Neue Wege werden mit zwei genreübergreifenden Konzerten beschritten: In der „Insel der Jugend“, einem Magdeburger Szene-Club, trifft in „Telemann ↯ Elektrisiert“ Musik des 18. Jahrhunderts auf elektronische Sounds der Gegenwart. Das originelle französische Barock-Ensemble „Amarillis“ hingegen lässt sich von Telemanns „Musique de Table“, unterstützt von Bühnen- und Lichtdesign, zu einer audio-visuellen Reise in fantastische Welten inspirieren.

Rahmenprogramm

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm will der Jubiläumsjahrgang des Festivals über Liebhaber der Barockmusik hinaus unterschiedliche Publikumsschichten und Altersgruppen ansprechen. Ein Tagesausflug in die Region führt interessierte Besucherinnen und Besucher nach Köthen. Neben der Besichtigung des Schlosses (mit „Neuer Musicalien-Kammer“) steht ein Konzert am Geburtstag Johann Sebastian Bachs auf dem Programm. Eine Junior-Masterclass im Konservatorium „Georg Philipp Telemann“, ein Kultur-Talk sowie eine Lesung mit Bruno Preisendörfer aus seinem Buch „Als die Musik in Deutschland spielte“ runden das Rahmenprogramm ab.

Die Internationale Wissenschaftlichen Konferenz am 21. und 22. März 2022 im Gesellschaftshaus befasst sich mit dem Thema „Die Evangelien-Passion bei Telemann“