Ein Grinsen ins Gesicht zaubern

In Mitteldeutschland gibt es eine lebendige Musikszene, bestehend aus vielen Bands und Musikern. Oft wir kündigen ihre Konzerte bei uns an. Doch in unserer Reihe „Entdeckung der Woche“ wollen wir Ihnen in loser Reihenfolge einige der Bands genauer vorstellen. Unseren nächsten Steckbrief beantworten Steffen und Marius von der Leipziger Band „Me on Monday“.

Wie lange gibt es euch schon, und wie habt ihr euch kennengelernt?
Marius: Ich bin 2017 in die damalige Band der drei anderen Jungs dazu gestoßen, da sie über Facebook nach Verstärkung suchten. Luke, Titus und Max hatten zu dem Zeitpunkt schon jahrelang Musik zusammen gemacht. Ich hab dann vorgesungen und das kam ganz gut an. Ich war jedenfalls ab diesem Zeitpunkt fest dabei.

Wir waren aber nach Ausstieg eines Mitglieds auf der Suche nach einem zweiten Gitarristen und Sänger. Durch Empfehlung unseres Produzenten habe ich im Mai 2018 Steffen angerufen und ihn über eine Stunde zugetextet, ob er nicht bei uns spielen möchte. Ich hab erst später erfahren, dass er an dem Tag Geburtstag hatte, aber es hat glücklicherweise trotzdem geklappt.

Euer Name ist „Me on Monday“ – Was steckt dahinter? Die meisten Menschen sind ja montags nicht allzugut gelaunt. Ist das bei euch anders, denn eure Musik klingt nach guter Laune…
Steffen:  Grundsätzlich sind wir natürlich auch nicht immer begeistert, wenn das Wochenende vorbei ist. Aber oft hilft uns dort gute Musik, um unsere Stimmung zu bessern. Wir veröffentlichen viele News, kleine Videoclips und Fotos auch meist montags, um den Leuten ein kleines Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Somit wird der Start in die Woche auch für uns etwas schöner.



Wer sind eure musikalischen Vorbilder und warum?
Marius: Da würde jetzt wahrscheinlich jeder von uns anders antworten. Bei mir persönlich sind es britische Pop-Rock Bands, wie McFly oder Busted, die ich schon in der 7. Klasse mit Freunden im Kinderzimmer gehört habe. Die Songs haben mir damals eine Welt eröffnet, die ich vorher nicht kannte. Mehrstimmige Gesänge, unglaublich eingängige Songs und trotzdem waren die Instrumentals so gut, dass es sich deutlich von anderer Pop-Musik abgehoben hat. Auch 15 Jahre später hat sich daran rein gar nichts geändert.

Mit wem würdet ihr am liebsten einmal auf der Bühne stehen?
Steffen: Wenn ich die Frage nur auf deutsche Bands beziehe, fallen mir sofort Die Ärzte, Madsen und Montreal ein. Die habe ich alle schon öfter gesehen und würde gerne mal als Vorband spielen. Als langjähriger Fan wäre es auch krass, sich die Bühne mit Bands wie Rise Against, Billy Talent oder Sum41 die Bühne teilen. Vielleicht erfüllt sich einer dieser Träume nach der Pandemie für uns.

Auf welchem Festival würdet ihr am liebsten spielen und warum?
Marius: Für mich ganz klar das Slam Dunk Festival in England. Gefühlt haben ALLE großen Bands aus unserem Genre dort gespielt und als deutsche Band auf die Insel zu fliegen und sich nach unserer Show noch mit den Jungs das Line-Up anzuschauen, wäre wirklich ein tolles Abenteuer.

Woher nehmt ihr eure Inspiration?
Steffen: Da gibt es wirklich unglaublich viele Möglichkeiten. Oft sind es ganz alltägliche Situationen wie Beobachtungen, Gespräche, eindrucksvolle Filme, Geschichten oder Hörbücher. Aber besonders neu entdeckte Musik von anderen Bands, Künstlern und Künstlerinnen motivieren und inspirieren mich selbst kreativ zu werden. Manchmal bleibt dir nur eine Zeile eines Songs im Kopf, in der du eine ganz andere Bedeutung siehst als sie vielleicht im gehörten Song hat und machst daraus dann einen eigenen.



Verbringt ihr auch außerhalb der Band viel Zeit miteinander?
Marius: Gerade sehen wir uns leider nicht in der kompletten Gruppe, wenn dann nur zu zweit. Aber immerhin bleiben uns rucklige Videocalls, die wir einmal wöchentlich machen. Wenn wir Zeit verbringen, hat es, bis auf ein paar Geburtstage und unsere jährliche Weihnachtsfeier, meistens mit „Me On Monday“ zu tun. Das heißt so ein richtiges „außerhalb“ gibt es eigentlich nicht, weil wir alle für die Band brennen. Dazwischen nehmen wir uns aber auch die Zeit, uns von unseren teils völlig verschiedenen Leben, Sorgen und Gedanken zu berichten.

Womit vertreibt ihr euch die Zeit im Lockdown?
Steffen: Im Grunde versucht  gerade jeder sich das  „normale Home-Office-Leben“ so schön wie möglich zu gestalten. Titus versucht zum Beispiel an seiner Selbständigkeit oder Luke schreibt an seiner Bachelor-Arbeit. Marius nimmt seit kurzem auch wieder Gesangsunterricht, um auf ein neues Level zu kommen. Dinge für die jetzt Zeit ist, wenn keine Konzerte stattfinden. 

Die lange Periode ohne gemeinsame Proben birgt  natürlich die Gefahr, dass man die eigenen Songs verlernt oder die Instrumente in der Ecke verstauben. Daher hat sich jeder mit Recording-Software ausgestattet und unser Produzent gibt uns jede Woche Songs als Hausaufgaben, die wir als möglichst perfekten Take abliefern müssen. Manche von uns waren wahrscheinlich noch nie so im Saft wie heute. (lacht)



Was wünscht ihr euch für die Zeit nach der Pandemie?
Marius: Wir haben einige Videodrehs, Konzerte, Festivals und Projekte offen, die wegen Covid verschoben werden mussten. Ich wünsche mir sehr, dass wir diese Dinge nachholen können und sie in der Flut an Kunst, die gerade zurückgehalten wird, nicht untergehen. Es wird noch schwieriger werden, in der Masse an Bands herauszustechen, aber ich glaube an unsere Qualität und die treuen Leute, die auch unser neues Release „Lonely Satellite“ schon so krass supportet haben.

Woran arbeitet ihr gerade?
Anfangs war es hart sich zu motivieren, aber wir nutzen die auftrittsfreie Zeit so produktiv wie möglich. Einige von uns schreiben gerade viel an neuer Musik und neuen Texten. Da soll in Zukunft mal etwas Größeres von uns kommen.

Wir stimmen uns da monatlich über die neuesten Ergüsse ab und schauen, an welchem Material wir weiter arbeiten wollen. Luke und Marius arbeiten gerade auch an unserem ersten Bühnenbild mit Lichtshow, Nebelmaschinen und Titus baut passende Elemente dazu. Aber am wichtigsten ist: jeder versucht an seinem Instrument in Form zu bleiben und sich zu verbessern. Wenn das alles vorbei ist, sind wir bereit ;)

Marius, Steffen – vielen Dank für das Interview. Mehr von "Me on Monday" gibts auf der Homepage oder dem Youtubekanal der Band.